Über …

… diesen Blog:
Im sozialen Netz, das wir im Kleinen wie im Großen bilden, in Pflege- und Sorgearbeit, in all unseren Beziehungen begegnen wir uns. Wir teilen Wegstrecken unserer Lebensreisen, reichen und halten einander Hände, folgen den Spuren anderer und gehen voraus, geben uns gegenseitig Halt auf unwegsamen Passagen, sind füreinander Geländer und Gerüst. Nie sind wir auf unseren Lebensreisen allein. 
Dies soll Inhalt dieses Blogs sein: Von den Begegnungen mit nahen Menschen, an deren Lebensreise ich auf intensive Weise teilhabe, zu erzählen. Gedanken zu unser aller Miteinander und Füreinander zu teilen, Einblicke zu geben, Sichtfenster zu öffnen.
Denn Sorge- und Pflegearbeit ist oft unsichtbar. Man fühlt sich zuweilen einsam, von niemandem bemerkt, alleingelassen. Dabei sind wir so viele. Wir sollten uns vernetzen, unbedingt. Wenigstens uns gegenseitig wahrnehmen. Uns gegenseitig Halt geben. Uns gegenseitig Anerkennung schenken.

… mich:
Im Moment pflege ich zu Hause einen nahen Menschen, der durch schwere Erkrankung plötzlich seine Selbstständigkeit verliert und vor der Aufgabe steht, sich auf das Ende seines Lebens vorzubereiten. Mit ihm zusammen reise ich selbst ein Stück in meine eigene Endlichkeit hinein. Irgendwann werde ich ihm im Sterben nachfolgen. Wir alle werden nachfolgen. – Dies wird mir in diesen Monaten sehr bewusst.
Nun bin ich selbst schon in einem Alter, in dem die Tatsache der eigenen Endlichkeit ihren größten Schrecken verloren hat. Mehrere Jahrzehnte durfte ich bisher gesund und gut leben, würde dies sehr gern auch noch länger tun, und doch zieht mich die jetzige intensive Pflegezeit auf fast schon guttuende Weise in Gedanken und Empfindungen hinein, die mit den Themen Sterben und Abschiednehmen verknüpft sind.
Auf der anderen Seite meines derzeit dichtgedrängten Alltags habe ich mit wachsendem, aufblühendem, sich entwickelndem Leben zu tun: Als Lehrerin für junge Menschen zwischen 9 und 18, und als Mutter zweier auch noch junger Erwachsener.
Anfang und Ende des Lebensbogens – zwei Seiten einer Waage, auf der ich derzeit balanciere. Dies ist eine gute Übung für meine eigenen, kommenden Lebensschritte.